Sommertagung Zierpflanzenbau der LVG Heidelberg – Mack bio-agrar war vor Ort

Wissen wirkt – ein Fachtag voller praxisnaher Erkenntnisse für den professionellen Zierpflanzenbau, und wir mittendrin im Austausch mit Kunden, Interessenten und der Versuchsanstalt

Kategorie: Pressemitteilung / Erstellt am: 08.07.2026 / Erstellt von: Mack-Team

Heidelberg, 8. Juli 2026

Unter dem Motto „Wissen wirkt – Herausforderungen effizient bewältigen" lud die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau (LVG) Heidelberg zur diesjährigen Sommertagung Zierpflanzenbau ein – und Mack bio-agrar war mit einem eigenen Stand vor Ort. Wir freuen uns über den regen persönlichen Austausch mit Kunden und Interessenten sowie über das Fachgespräch mit der Versuchsanstalt. An unserem Stand haben wir über unsere biologischen Pflanzenpflegeprodukte, Biostimulanzien und Dünger für den professionellen Gartenbau informiert. Für alle, die nicht dabei sein konnten, haben wir die wichtigsten Erkenntnisse des Tages zusammengefasst.


Energieeinsparung: kleine Maßnahmen, große Wirkung

Der praxisnaheste Vortrag kam von Dr. Thorsten Bornwaßer (LVG Heidelberg) – mit konkreten Zahlen zum Mitnehmen. Undichtigkeiten am Energieschirm können das Einsparpotenzial glatt halbieren, weshalb die regelmäßige Kontrolle der Abdichtung die günstigste Maßnahme überhaupt ist. Eine gute Luftumwälzung bringt 10–15 % Einsparung, und jedes Grad zählt: Schon +1 °C über dem Sollwert bedeutet im heizintensiven Haus rund 10 % Mehrverbrauch, +2 °C bis zu 30 %. Auch der Umstieg von Matten- auf Tropfbewässerung spart 5–10 % Energie plus Wasser und Dünger. Die wichtigste Botschaft: Fünf Maßnahmen mit je 20 % ergeben nicht 100 % – aber viele Verbesserungen sind ohne große Investition machbar. Bestehende Potenziale zuerst heben, dann erst investieren.


Autonome Drohnen und KI: Monitoring der Zukunft

Furat Sharabati (Corvus Drones, Niederlande) zeigte, wohin sich die Bestandsüberwachung entwickelt. Vollautonome Gewächshausdrohnen navigieren per Kamera – ganz ohne Pilot – und erkennen Schädlinge wie Thripse, verfärbte Blätter und schwache Pflanzenreihen frühzeitig, bevor das Auge sie flächig sieht. Knospen und Blüten werden automatisch gezählt und klassifiziert, was Ertragsprognosen und Stecklingsplanung deutlich verlässlicher macht – heute schwanken manuelle Schätzungen um +10 bis −35 %. Abgerechnet wird als „Drone as a Service" nach gescannter Fläche, ganz ohne eigenen Drohnenkauf. Corvus ist bereits in über 10 Ländern bei mehr als 40 Betrieben aktiv.


Neuheiten für Beet und Balkon – und die Lehren der Saison

Rainer Koch und Ute Ruttensperger (LVG Heidelberg) führten durch rund 1.050 Sorten aus 31 Herkünften in 9 Quartieren. Das Praxis-Learning der Saison steckte weniger in einzelnen Neuheiten als im Klima: Die Hitzewochen Kw 25/26 sorgten für Blüten- und Blattverbrennung, Farbverlust und Hitze im Wurzelbereich. Die Sortensichtung liefert damit wertvolle Hinweise, welche Sorten hitzetolerant durch den Sommer kommen. Kultiviert wird durchgängig in 50 % torfreduzierten Substraten, und ein Haltbarkeitsversuch mit torffrei produzierten Calibrachoa (Projekt TerZ100) prüft, wie sich das auf die Endqualität auswirkt. Ergänzt wurde die Sichtung durch bundesweite Arbeitskreis-Versuche, unter anderem zu Produktionseigenschaften und Gartenleistung bei Lantana.


Nachwuchswerbung: Betriebe aktivieren, nicht nur werben

Marius Blumenschein und Lea Herzig (Gartenbauverband Baden-Württemberg-Hessen) hatten eine klare, überraschende Botschaft aus einer Umfrage unter 116 Betrieben: 47 davon wären grundsätzlich aktivierbar – suchend, „schlafend" oder ausbildungswillig. Mehr Werbung allein reicht also nicht; Betriebe müssen systematisch ins Handeln kommen. Konkret hilft, Potenzialbetriebe persönlich anzusprechen, einen Hürdencheck anzubieten, mit Vorlagen für Onboarding und Berichtsheft zu entlasten und über Schulkooperationen plus authentische Social-Media-Einblicke Sichtbarkeit zu erzeugen. Kurze Azubi-Videos wirken dabei stärker als ein bloßes „Wir bilden aus".


Pflanzenschutz aktuell

Silvia Fittje (LTZ Augustenberg) und Kurt Schnebel (NüPA GmbH, Karlsruhe) gaben einen Überblick zu aktuellem Pflanzenschutz, Monitoring und Maßnahmen für die Beet- und Balkonsaison 2026. Roter Faden war das konsequente Monitoring in Kombination mit dem gezielten Einsatz von Nützlingen – unter anderem Chrysoperla, Schlupfwespen, Steinernema und Hypoaspis – als tragende Säule einer gesunden Kultur. Ein Ansatz, der gut zu unserer biologischen Produktphilosophie passt.


Ein gelungener Fachtag

Wir bedanken uns bei der LVG Heidelberg für die Organisation und bei allen Besucherinnen und Besuchern für die anregenden Gespräche an unserem Stand. Ein rundum gelungener Tag – wir freuen uns schon auf das nächste Wiedersehen.