Neuanlage und Saat
Eine gut vorbereitete Neuanlage hält den späteren Pflegeaufwand klein. Bodenleben und Mykorrhiza werden von Anfang an aufgebaut, damit die junge Rasennarbe gut anwächst.
NEUANLAGE (BEISPIEL)
- ✓Aufbau des Bodenlebens und Mykorrhizierung mit AMN Natural Aktiv-bio oder geruchsarm und vegan mit AMN Natural Vegetal 8–15 kg/100m²
- ✓Für Anwachsen und Wurzelgesundheit AMN BonaVita Bac vor oder zur Saat gießen, tauchen oder besprühen 0,1–0,5 L/ha bzw. L/dt und 4-6 Wochen nach der Aussaat erneut gießen 2 L/ha
- ✓pH-Wert je nach Boden regulieren: bei hohem pH-Wert die Fläche mit AMN BonaVita besprühen oder überbrausen 3 L/100 L Wasser/100m², bei niedrigem pH-Wert DCM Eco-Kalk Pro streuen 15 kg/100m²
GRASBESTAND UND NACHSAAT
- ✓Bei Neuanlage und Nachsaat Sorten mit guter Krankheitstoleranz wählen. Orientierung geben die Regel-Saatgut-Mischungen (RSM Rasen) und die Beschreibende Sortenliste des Bundessortenamtes
- ✓Auf Arten, Sorten und Mischungsverhältnis sowie die technische Saatgutqualität achten (Reinheit, Keimfähigkeit, Besatz mit Fremdarten)
- ✓Eine angepasste Nachsaatstrategie fest einplanen, gerade mit Blick auf Klimaanpassung und Hitzesommer
Pflege und Düngung
Biologische Rasenpflege setzt auf ein aktives Bodenleben. Die Nährstoffversorgung sollte bedarfsgerecht sein und regelmäßig über Bodenanalysen überprüft werden, besonders die Stickstoffmengen. Granulierte Grunddüngung, Flüssig- und Blattdüngung ergänzen sich, Biostimulanzien wie Algenextrakte und Aminosäuren unterstützen zusätzlich.
Der regelmäßige Einsatz von AMN Optiferrum führt zu erheblichen Einsparungen von Stickstoffdünger, als Folge der kleineren Düngemengen reduziert sich das Schnittgut.
DIE MANNSCHAFT UNTER DER GRASNARBE
- ✓Bakterien machen Nährstoffe pflanzenverfügbar und verringern Verluste durch Auswaschung und Ausgasung
- ✓Nützliche Pilze wie Trichoderma erschließen auch fest gebundene Nährstoffe wie Phosphor
- ✓Organische Substanz ist Futter für das Bodenleben und hält Wasser und Nährstoffe wie ein Schwamm
GRUNDDÜNGUNG (BEISPIEL)
- ✓2-3 mal jährlich von März bis Oktober mit AMN Natural Vegetal, AMN Natural Aktiv-bio oder AMN Ackergold 8–15 kg/100m²
REGELMÄSSIGE FLÜSSIGANWENDUNGEN (BEISPIEL)
- ✓Eisenversorgung und Greening mit AMN Optiferrum, alle 1-4 Wochen besprühen oder überbrausen 0,3–0,5%ig
- ✓Bodenaktivierung und Greening mit AMN Verde nach Bedarf mehrmals jährlich 0,3–1,0%ig
- ✓Gesundes Bodenleben mit AMN BonaVita, 2 Anwendungen im Frühjahr und 2 Anwendungen im Herbst 0,1%ig bzw. 10 ml/10 L Wasser
- ✓Spurennährstoffversorgung mit AMN Nordalge als Zusatz zu jeder Spritzung, wirkt zugleich als Netzmittel 0,1%ig
- ✓Vitalisierung und Bodenaktivierung mit AMN Joker mindestens 3 mal jährlich 0,5%ig bzw. 5 L/ha. Zur optimalen Benetzung empfehlen wir AMN Joker oder einen Primer
BEREGNUNG
Wasserqualität, Beregnungstechnik, Häufigkeit, Menge und Zeitpunkt regelmäßig überprüfen. Messgeräte für die Bodenfeuchte helfen, gezielt und bedarfsgerecht zu beregnen.
Mechanische Pflege und Mähen
Mechanische Pflegemaßnahmen optimieren den Bodenzustand und sind die wichtigste vorbeugende Maßnahme: Aerifizieren mit Voll- oder Hohlspoons, Tiefenaerifizieren und Tiefenlockerung, Besanden und Vertikutieren.
VERTIKUTIEREN (BEISPIEL)
- ✓2 mal jährlich, Anfang bis Mitte April und im Juni/Juli, jeweils vor der Düngung und nur bei gut abgetrockneter Fläche
- ✓Arbeitstiefe: Stärke der Filzschicht plus mindestens 2mm, Messerabstand am Gerät höchstens 30mm
- ✓Ausgeworfenes Vertikutiergut sauber aufnehmen. Im Sommer gegebenenfalls Regenerationsgemisch oder Sand aufbringen und abschleppen ca. 3 L/m²
MÄHEN
- ✓Möglichst bei trockenem Grasbestand mähen
- ✓Messer regelmäßig schärfen: Stumpfe Messer fransen die Blätter aus, die Schnittwunden schließen sich langsamer und Erreger dringen leichter ein
- ✓Schnitthöhe regelmäßig kontrollieren, zum Beispiel mit einem Prisma
Spielbetrieb und Events
Stark beanspruchte Flächen brauchen eine schnelle Regeneration und eine widerstandsfähige Grasnarbe. Der regelmäßige Einsatz von AMN Optiferrum sorgt für eine größere Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Schäden.
VOR UND NACH DEM EVENT (BEISPIEL)
- ✓Sanierung, Greening und Bodenaktivierung mit AMN Powerdünger oder AMN Verde 4 ml/1 L Wasser/m²
- ✓Eine Kombination mit AMN Optiferrum wird empfohlen
STRESSMANAGEMENT
- ✓Pflege an die Witterung anpassen und bei extremer Witterung Flächen sperren
- ✓Die Belastung möglichst gleichmäßig über die Fläche verteilen und stark beanspruchte Zonen, etwa für Übungsparcours, Slaloms oder Sprints, regelmäßig wechseln
- ✓Trainer und Spieler über die Folgen einseitiger Nutzung informieren
Einblicke aus der Praxis: Rasentag in der WWK ARENA 2026
Golfgreens und Eisenversorgung
AMN Optiferrum ist der flüssige und bewährte Allrounder für den Rasen: ein natürlicher, pflanzenverträglicher Eisenkomplex mit 5% wasserlöslichem Eisen. Seit mehr als 40 Jahren setzen Greenkeeper unsere Produkte auf europäischen Golfplätzen ein.
GREENING UND DICHTE NARBE (BEISPIEL)
- ✓Rasen regelmäßig mit AMN Optiferrum besprühen oder überbrausen 0,3–0,5%ig, alle 1–4 Wochen
- ✓Lückige und geschwächte Flächen intensiver behandeln 1–2 L/100m², bis zu 10%ig bei gleichzeitig reduzierter Stickstoffdüngung
- ✓Achtung bei eisenempfindlichen Bodenbelägen
IHRE VORTEILE
- ✓Erhebliche Einsparung von Stickstoffdünger und weniger Schnittgut
- ✓Hervorragender Greening-Effekt
- ✓Ernährt nützliche Leuchtbakterien, Bodenaktivität und Krümelstruktur werden verbessert
Wurzelgesundheit und Bodenleben
Gesunde Wurzeln sind die Basis für einen belastbaren Rasen. Trichoderma-Nutzpilze siedeln sich in einem Austauschprozess mit Stoffwechselprodukten der Pflanzenwurzel im Haarwurzelbereich an und fördern dort ein gesundes Gleichgewicht.
NUTZPILZE UND MIKROORGANISMEN (BEISPIEL)
- ✓Für einen gesunden Wurzelraum AMN Promot in Wasser lösen und die Fläche behandeln 100 g/100 L Wasser/100m². Nach 1 Monat die Behandlung wiederholen, Einsatz bei Temperaturen von 8 bis 35°C möglich
- ✓AMN BonaVita unterstützt ein gesundes Bodenleben und verbessert die Nährstoffaufnahme. Zur zusätzlichen Ausbringung von Bacillus velezensis kann alternativ AMN BonaVita Bac eingesetzt werden
Vitalität und Stressphasen
Hitze, Trockenheit, Schatten und hohe Belastung schwächen die Gräser. In Stadien fehlen zudem oft Licht und Luftbewegung, Belichtungsanlagen und Ventilatoren gleichen das teilweise aus. Mit regelmäßiger Vitalisierung kommt der Rasen besser durch Stressphasen.
STÄRKUNG (BEISPIEL)
- ✓Für Pflanzengesundheit, Zellstärkung und Vitalisierung AMN Fusek oder AMN BioVit regelmäßig alle 1-3 Wochen 0,1–1%ig. Bei akut geschwächten Flächen 2 Anwendungen im Abstand von 4-10 Tagen 2%ig
- ✓Zur Abhärtung AMN HomeoVital regelmäßig alle 7-10 Tage besprühen oder überbrausen 1%ig, auf vollständige Benetzung achten
- ✓Zur allgemeinen Gesunderhaltung und Regeneration von Grünflächen Biplantol sport 0,02%ig bzw. 0,5 L/ha pro Woche
Sanierung
Schlechte und kranke Rasenflächen können belebt und ernährt werden. Zusätzlich empfiehlt sich eine Aerifizierung: Durch die entstandenen Luftlöcher strömt Sauerstoff in den Boden und sorgt für ein besseres Rasenwachstum.
HÄUFIGE URSACHEN
- ✓Bodenverdichtung und Staunässe
- ✓Zu wenig Sauerstoff im Boden
- ✓Zu viel organischer Filz an der Oberfläche
- ✓Flaches Wurzelwerk
- ✓Ein für die Nutzung ungeeigneter Gräserbestand
SANIERUNG (BEISPIEL)
- ✓Geschwächte Flächen mit AMN Powerdünger oder AMN Stercus revitalisieren 300–500 ml/100 L Wasser/100m². Eine Kombination mit AMN Optiferrum wird empfohlen
Nach der Aerifizierung die herausgestochenen „Erdwürstchen“ zusammenkehren und die Löcher verfüllen (einkehren), damit sie aktiv bleiben:
- ✓Lavagranulat 1-5mm mit 20% Erde
- ✓2-3% AMN Natural Aktiv-bio
- ✓Regenerationsrasensamen
Pflanzenschutz auf Sportflächen
Sport- und Golfplätze zählen nach § 17 Pflanzenschutzgesetz zu den Flächen, die für die Allgemeinheit bestimmt sind, auch wenn sie eingezäunt sind. Pflanzenschutzmittel dürfen dort nur eingeschränkt eingesetzt werden, häufig ist eine Genehmigung der zuständigen Behörde nötig. Ob auch Stadien dazugehören, legen die Pflanzenschutzdienste der Bundesländer unterschiedlich aus.
Umso wichtiger sind Vorbeugung, ein vitaler Grasbestand und Alternativen: mechanische Verfahren wie Unkrautstechen und Striegeln, physikalische Verfahren wie die Behandlung mit UV-C-Licht und biologische Produkte zur Stärkung von Boden und Pflanze.
DIAGNOSE UND DOKUMENTATION
Vor jeder Maßnahme steht die Diagnose: visuell, im Labor und mit fachlicher Beratung. Sensoren für Bodenfeuchte und Bodentemperatur, Drohnen mit Multispektralkameras und Prognosemodelle helfen zunehmend, Probleme früh zu erkennen.
Für die Erfolgskontrolle empfiehlt es sich, jede Behandlung festzuhalten:
- ✓Schaderreger oder Krankheit und Befallsstärke
- ✓Grundlage der Entscheidung
- ✓Wassermenge
- ✓Ausbringtechnik (Düsen, Fahrgeschwindigkeit, Druck)
- ✓Witterung (Temperatur, Luftfeuchte, Wind)